Pflege trifft Jugendhilfe
Haus Alte Liebe in Cuxhaven wird zum generationenübergreifenden Sozialstandort
Cuxhaven. Das Haus Alte Liebe der AWO Bremerhaven entwickelt sich zu einem zukunftsweisenden Ort für generationenübergreifende soziale Arbeit. Während die stationäre Pflege weiterhin das Herzstück der Einrichtung bildet, werden künftig auch Angebote der Jugendhilfe in das Gebäude integriert.
Das Haus Alte Liebe liegt im Süden Cuxhavens in einem gewachsenen Wohngebiet. Die Einrichtung bietet 83 Pflegeplätze für Dauer- und Kurzzeitaufenthalte und steht für eine individuelle Betreuung in kleinen Wohneinheiten. Zum Angebot gehören unter anderem Kurzzeit- und Verhinderungspflege, besondere Betreuungskonzepte für Menschen mit Demenz, therapeutische Angebote sowie Beratung und Unterstützung für Angehörige.
Nun zieht die Jugendhilfestation Süder-/Westerwisch der AWO Bremerhaven gemeinsam mit dem Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD) Süder-/Westerwisch des Landkreises Cuxhaven in das Haus Alte Liebe um. Zusätzlich wird der ASD Ritzebüttel künftig am Standort vertreten sein. Insgesamt wechseln damit rund 18 Arbeitsplätze ihren Standort. Möglich wird dies, weil die ehemaligen Räume der Tagespflege im Erdgeschoss umfassend saniert und für die neue Nutzung umgestaltet wurden. Die Pflegebereiche in den oberen Etagen bleiben bestehen und werden ebenfalls schrittweise modernisiert.
Die Weiterentwicklung des Hauses Alte Liebe ist ein wichtiger Schritt für die AWO und für unseren Standort in Cuxhaven. Wir nutzen vorhandene Räume sinnvoll, entwickeln unsere Angebote weiter und schaffen bessere Voraussetzungen für die Menschen, die unsere Unterstützung benötigen. Gleichzeitig zeigt das Projekt, wie wichtig es ist, soziale Infrastruktur langfristig zu denken und unterschiedliche Bereiche miteinander zu verknüpfen.
AWO-Geschäftsführer Eckart Kroon
Für Anika Meyring, Fachbereichsleiterin Pflege der AWO Bremerhaven, ist diese Entwicklung ein wichtiger Schritt für den gesamten Standort: „Das Haus Alte Liebe steht für Lebensqualität, professionelle Pflege und ein lebendiges Miteinander. Dass künftig zusätzlich die Jugendhilfe in einem eigenen Gebäudebereich einzieht, eröffnet neue Perspektiven. Unser Ziel ist es, das Haus als offenen sozialen Ort weiterzuentwickeln, an dem Begegnung zwischen den Generationen selbstverständlich werden kann.“
Auch die bestehenden Rahmenbedingungen der Einrichtung bieten dafür eine gute Grundlage: Der geschützte Garten mit Sitzgelegenheiten, Teich sowie Obststräuchern und -bäumen lädt Bewohnerinnen und Bewohner, Angehörige und Gäste zum Verweilen und zur Begegnung ein.
Die Jugendhilfestation zieht aus ihren bisherigen Räumlichkeiten in das Erdgeschoss des Hauses um. Dort stehen künftig moderne Beratungs- und Büroräume, eine Terrasse und eine Grünfläche zur Verfügung. Gerade für den Begleiteten Umgang bieten diese Räume deutlich bessere Voraussetzungen für eine familiennahe Betreuung.
Die räumliche Nähe unterschiedlicher Arbeitsfelder stärkt die Zusammenarbeit und verbessert die Rahmenbedingungen für unsere Mitarbeitenden ebenso wie für die Menschen, die unsere Unterstützung in Anspruch nehmen. Gleichzeitig gewinnt das Haus Alte Liebe als sozialer Standort weiter an Bedeutung.
Britta Nienaber, Leiterin des Fachbereichs Kinder, Jugend und Familie
Friedhelm Ottens, Sozialdezernent des Landkreises Cuxhaven, sieht in der Weiterentwicklung des Standorts eine interessante Perspektive für die soziale Infrastruktur im Landkreis Cuxhaven: „Wir begrüßen die Entwicklung am Standort Haus Alte Liebe ausdrücklich. Die neuen Räumlichkeiten bieten den Mitarbeitenden der Jugendhilfe und des Allgemeinen Sozialen Dienstes gute Voraussetzungen für ihre Arbeit. Gleichzeitig entstehen für Familien bessere Rahmenbedingungen für Beratung und Begleitung. Dass verschiedene soziale Angebote an einem Ort zusammenkommen, ist ein Gewinn für die soziale Infrastruktur in Cuxhaven.“
Perspektivisch prüft der Landkreis weitere Möglichkeiten, den generationenübergreifenden Ansatz am Standort auszubauen. Dazu gehört auch die Überlegung, künftig weitere soziale Angebote wie eine Mutter-Vater-Kind-Einrichtung am Standort anzusiedeln. „Die neue Ausrichtung des Hauses Alte Liebe zeigt, welche Chancen entstehen können, wenn soziale Angebote sinnvoll miteinander verbunden werden. Der Standort bietet dafür interessante Möglichkeiten“, erklärt Ottens.
Auch Sebastian Steffen, neuer Einrichtungsleiter des Hauses Alte Liebe, sieht in der Entwicklung eine große Chance: „Das Haus Alte Liebe bleibt ein verlässlicher Ort für Pflege und entwickelt sich zugleich zu einem sozialen Zentrum, das Menschen unterschiedlicher Generationen zusammenbringt. Diese Verbindung eröffnet Chancen für Begegnungen, gegenseitiges Verständnis und neue Formen des Miteinanders.“
Die Weiterentwicklung des Standorts baue auf den bestehenden Stärken des Hauses auf: Dazu gehören eine eigene Küche mit frischer und ausgewogener Verpflegung, die Berücksichtigung individueller Bedürfnisse sowie die enge Zusammenarbeit mit dem Bewohner*innenbeirat und den Angehörigen.